856.000 Follower – aber sein Geld verdient er offline: Wie Raphael sein PT-Business wirklich aufgebaut hat
Einleitung
Über 856.000 Menschen folgen Raphael auf Instagram – eine beeindruckende Reichweite, die viele Personal Trainer neidisch machen dürfte. Doch die Wahrheit hinter seinem Erfolg überrascht: Sein Hauptgeschäft läuft nicht über Social Media, sondern ganz klassisch offline in seinem Berliner Studio. In diesem Interview erfährst Du, wie Raphael sein Personal Training Business in über 20 Jahren aufgebaut hat, warum Empfehlungsmarketing seine wichtigste Kundenquelle ist und welche Rolle kalkulierbare Risiken und Absicherung im PT-Business spielen. Ein authentischer Einblick in ein erfolgreiches Offline-Geschäftsmodell, das auch in Zeiten von Instagram und TikTok funktioniert.
Die unerwartete Seite von Social-Media-Erfolg
Wenn Du Raphaels Instagram-Profil siehst, könntest Du annehmen, dass er ein klassischer Online-Influencer ist, der sein Geld mit Werbung und digitalen Produkten verdient. Doch die Realität sieht anders aus. Raphael betreibt das „Trainingslager“, ein Personal Training Studio in Berlin, und arbeitet dort hauptberuflich als klassischer Personal Trainer. Seine Schwerpunkte liegen auf Muskelaufbau und Gewichtsreduktion, ergänzt durch Massagen und Physiotherapie.
Der Weg zu seinen 856.000 Followern war dabei alles andere als geplant. Raphael startete seinen Instagram-Kanal ursprünglich auf Empfehlung seines Programmierers, der seine Website erstellt hatte. Die Aufgabe lautete: Bespielen Sie Social-Media-Kanäle. Raphael hatte sich mit dem Thema vorher nicht auseinandergesetzt und beschäftigte sich auch nicht aktiv damit. Instagram war für ihn ein Nebenprojekt, kein Geschäftsmodell.
Warum das Offline-Business das Fundament bleibt
Die ursprüngliche Idee hinter Raphaels Instagram-Kanal war simpel: Er wollte Menschen helfen, die zwar Sport machen möchten, aber nicht wissen wie. Die typischen Aussagen aus seinem Umfeld kannte er zur Genüge: „Ich würde ja gerne Sport machen, aber ich weiß nicht, was ich tun kann und wie. Ins Fitnessstudio will ich nicht, da ist es immer so voll und so teuer.“
Raphael erkannte, dass viele Menschen genau diese Orientierungslosigkeit haben. Sein Instagram-Kanal sollte ihnen zeigen, welche Übungen sie machen können und wie sie diese korrekt ausführen. Das Konzept ging auf – die Followerzahl wuchs. Doch sein Hauptgeschäft blieb das Personal Training im Studio.
Heute trainiert Raphael seine Klienten persönlich, hat Mitarbeiter, die sich in sein Studio einmieten, und beschäftigt Trainer, die für ihn arbeiten. Die Kosten des Studios trägt er zum Großteil durch seine eigene Arbeitskraft. Sein Geschäftsmodell basiert auf dem direkten, physischen Kontakt mit seinen Klienten – nicht auf digitalen Produkten oder Werbeeinnahmen.
Empfehlungsmarketing als Königsweg der Kundenakquise
Ein zentraler Erfolgsfaktor in Raphaels PT-Business ist Empfehlungsmarketing. Er betont, dass der Großteil seiner Klienten über Mund-zu-Mund-Propaganda zu ihm kommt. Die Logik dahinter ist einfach: Wenn ein zufriedener Klient einem Freund, Verwandten oder Bekannten eine Empfehlung ausspricht, hat diese ein enormes Gewicht.
Die Person, die empfohlen wird, denkt: „Okay, wenn er mir diesen Tipp gibt, dann muss es ja ganz gut funktionieren.“ Die Wahrscheinlichkeit, dass dieser potenzielle Klient nach einer Probestunde tatsächlich mit dem Training beginnt, liegt bei nahezu 100 Prozent.
Im Vergleich dazu steht aktive Werbung deutlich schlechter da. Raphael erklärt das Problem: Wenn Du viel Werbung schaltest und dadurch viele Anfragen bekommst, machst Du zwar zahlreiche Probestunden. Aber die Abschlussrate – also der Anteil derer, die danach wirklich Training machen – ist weitaus geringer als bei Empfehlungen.
Glücklicherweise funktioniert dieses System bei Raphael seit über 20 Jahren. Die meisten seiner Klienten kommen über Empfehlungen, und das macht sein Business nicht nur stabiler, sondern auch kostengünstiger. Denn Empfehlungsmarketing kostet nichts außer Engagement und überdurchschnittlichem Einsatz für die bestehenden Klienten.
20 Jahre Kontinuität durch klare Struktur
Raphael feierte im vergangenen Jahr sein 20-jähriges Jubiläum im Personal Training Business. Diese Kontinuität ist bemerkenswert in einer Branche, in der viele Trainer nach wenigen Jahren wieder aufgeben. Was ist sein Geheimnis?
Ein wesentlicher Faktor war, dass Raphael bereits vor der Studioeröffnung ein stabiles Stammklientel hatte. Er wusste: Wenn ich das Studio aufmache, habe ich bereits ein gewisses Einkommen, das die Miete und laufenden Kosten deckt. Diese finanzielle Sicherheit zum Start war entscheidend.
Zudem setzte er von Anfang an auf Mund-zu-Mund-Propaganda statt auf teure Werbekampagnen. Raphael gibt zu, dass er aktive Werbung nie wirklich betrieben hat. Stattdessen vertraute er auf die Qualität seiner Arbeit und die Weiterempfehlung zufriedener Klienten.
Ein weiterer Aspekt: Raphael blieb seinem Kerngeschäft treu. Während viele Trainer heute versuchen, Online-Kurse, Apps oder digitale Produkte zu verkaufen, konzentriert sich Raphael auf das, was er am besten kann: Menschen vor Ort trainieren, sie berühren, korrigieren und persönlich betreuen.
Kalkulierbare Risiken und Absicherung im PT-Business
Ein wichtiges Thema des Interviews war die Absicherung als selbstständiger Personal Trainer. Der Anlass: Eginhard erlitt am 31. Dezember einen Skiunfall, bei dem er von einem anderen Skifahrer über den Haufen gefahren wurde. Erst Wochen später wurde ein doppelter Beckenbruch festgestellt, der ihn für acht bis zwölf Wochen außer Gefecht setzt.
Diese Situation zeigt deutlich: Als Personal Trainer verdienst Du Dein Geld mit Deiner eigenen Arbeitskraft. Fällst Du aus, fällt auch Dein Einkommen aus. Im klassischen Sinne bedeutet das Verdienstausfall – und für viele Trainer kann das existenzbedrohend werden.
Raphael erklärt, wie er sich absichert: Als Unternehmer mit eigenem Studio hat er natürlich Trainer, die für ihn arbeiten, und Trainer, die sich einmieten. Dennoch trägt er den Großteil der Kosten durch seine eigene Arbeitskraft. Ein längerer Ausfall wäre also problematisch.
Die wichtigsten Versicherungen für selbstständige Personal Trainer sind:
- Krankenversicherung mit Krankentagegeld: Nach einer gewissen Zeit zahlt die Krankenversicherung ein Krankentagegeld. Die Höhe hängt von der abgeschlossenen Versicherungssumme ab.
- Berufsunfähigkeitsversicherung: Im schlimmsten Fall, wenn Du langfristig nicht mehr arbeiten kannst, greift die Berufsunfähigkeitsversicherung.
Allerdings ist das Krankentagegeld kein vollständiger Einkommensersatz. Je nachdem, welche monatlichen Kosten Du hast – Studiomiete, Strom, Wasser, Nebenkosten – kann es schnell knapp werden.
Ein entscheidender Punkt: Diese Versicherungskosten müssen in Deine Honorarkalkulation einfließen. Du musst Deine Arbeitskraft so absichern, dass Du im Ernstfall nicht in finanzielle Schwierigkeiten gerätst.
Gleichzeitig betont Raphael: Man kann nicht auf alles verzichten. Natürlich versucht er, möglichst risikoarme Aktivitäten zu wählen. Aber gänzlich darauf verzichten geht nicht, denn dann dürfte man theoretisch nicht mehr am Straßenverkehr teilnehmen oder könnte zu Hause in der Badewanne ausrutschen.
Als Personal Trainer hat man meist auch eine Leidenschaft für Sport. Man kann nicht auf alles verzichten, was mit Sport oder Natur zu tun hat – ob Wandern, Klettern oder Joggen. Das Risiko gehört zum Leben dazu. Wichtig ist, sensibel dafür zu sein und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.
Die Flyer-Geschichte: Was wirklich funktioniert
Ein interessanter Punkt im Interview war die Frage nach Fehlern oder Dingen, die Raphael heute anders machen würde. Eginhard erzählte von seiner eigenen Erfahrung: Zu Beginn seiner Karriere ließ er Flyer drucken – ein klassisches Marketinginstrument.
Das Problem: Der erste Flyer hatte fünf Rechtschreibfehler. Also druckte er denselben Flyer ohne Rechtschreibfehler nach. Doch er konnte ihn nie einsetzen, weil er keinen eigenen Raum hatte und nicht wusste, wo er die Flyer hinlegen sollte. Damals kostete ein Flyerdruck mehrere tausend D-Mark – eine erhebliche Fehlinvestition.
Raphael bestätigte, dass auch er einen Flyer gemacht hatte. Aber letztendlich kam er zu demselben Schluss: Aktive Werbung hat er nie wirklich betrieben. Die Mund-zu-Mund-Propaganda funktionierte so gut, dass teure Werbemaßnahmen schlichtweg nicht nötig waren.
Diese Erkenntnis ist für viele junge Trainer wertvoll: Bevor Du Geld in Flyer, Anzeigen oder aufwendige Marketingkampagnen steckst, investiere lieber in die Qualität Deiner Arbeit. Ein zufriedener Klient ist die beste Werbung – und die kostet nichts außer Deinem überdurchschnittlichen Engagement.
Physisches Training bleibt unverzichtbar
Trotz 856.000 Instagram-Followern und der wachsenden Bedeutung digitaler Fitness-Angebote betont Raphael: Physisches Personal Training ist und bleibt unverzichtbar.
Der direkte Kontakt, die Möglichkeit, Klienten anzufassen, Bewegungen zu korrigieren und sofort Feedback zu geben – das kann keine App und kein Online-Kurs ersetzen. Raphael geht in seiner Arbeit auf, arbeitet mit Leib und Seele als klassischer Personal Trainer und verdient sein Geld hauptsächlich damit.
Diese Botschaft ist wichtig in einer Zeit, in der viele glauben, dass nur noch Online-Business funktioniert. Raphaels Erfolg zeigt: Ein solides Offline-Geschäftsmodell mit echtem menschlichem Kontakt hat auch heute noch enormen Wert.
Fazit
Raphaels Geschichte zeigt eindrucksvoll: Social-Media-Reichweite ist schön, aber kein Geschäftsmodell an sich. Sein PT-Business funktioniert seit über 20 Jahren auf der Basis von Empfehlungsmarketing, kontinuierlicher Qualitätsarbeit und direktem Kundenkontakt im Studio.
Die wichtigsten Erkenntnisse aus diesem Interview:
- Empfehlungsmarketing schlägt aktive Werbung: Die Abschlussrate bei empfohlenen Klienten liegt nahezu bei 100 Prozent
- Offline-Business bleibt profitabel: Auch in Zeiten von Instagram kann man hervorragend vom klassischen Personal Training leben
- Absicherung ist unverzichtbar: Krankentagegeld und Berufsunfähigkeitsversicherung müssen ins Honorar einkalkuliert werden
- Kontinuität zahlt sich aus: 20 Jahre im Business sind kein Zufall, sondern das Ergebnis von Qualität und Struktur
- Physischer Kontakt ist unersetzbar: Touch, direkte Korrektur und persönliche Betreuung bleiben der Kern erfolgreichen Personal Trainings
Wenn Du Dein PT-Business nachhaltig aufbauen willst, orientiere Dich an diesen Prinzipien – nicht an Follower-Zahlen.
FAQ
Brauche ich viele Instagram-Follower, um als Personal Trainer erfolgreich zu sein?
Nein. Raphaels Beispiel zeigt deutlich, dass Instagram-Follower kein Garant für finanziellen Erfolg sind. Sein Hauptgeschäft läuft offline über Empfehlungsmarketing. Social Media kann unterstützen, ist aber nicht die Haupteinnahmequelle.
Wie wichtig ist Empfehlungsmarketing wirklich im Personal Training?
Extrem wichtig. Die Abschlussrate bei empfohlenen Klienten liegt bei nahezu 100 Prozent, während sie bei aktiver Werbung deutlich geringer ist. Zufriedene Klienten sind Deine beste und kostengünstigste Werbung.
Welche Versicherungen brauche ich als selbstständiger Personal Trainer unbedingt?
Mindestens eine Krankenversicherung mit Krankentagegeld und eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Diese Kosten musst Du in Deine Honorarkalkulation einrechnen, damit Du im Krankheitsfall finanziell abgesichert bist.
Lohnen sich Flyer und klassische Werbung für Personal Trainer?
Die Erfahrungen aus dem Interview zeigen: Flyer und aktive Werbung bringen deutlich schlechtere Abschlussraten als Empfehlungen. Investiere Dein Geld lieber in die Qualität Deiner Arbeit, damit Deine Klienten Dich weiterempfehlen.
Kann man als Personal Trainer auch nach 20 Jahren noch erfolgreich sein?
Absolut. Raphaels Beispiel zeigt, dass Kontinuität, Qualität und eine klare Positionierung langfristigen Erfolg ermöglichen. Viele Trainer geben zu früh auf – wer durchhält und auf Empfehlungsmarketing setzt, kann Jahrzehnte erfolgreich arbeiten.
Ist Offline-Personal-Training in Zeiten von Online-Kursen noch zeitgemäß?
Ja. Der direkte physische Kontakt, die Möglichkeit zur sofortigen Korrektur und die persönliche Betreuung sind durch keine App oder Online-Kurs ersetzbar. Offline-Personal-Training hat auch heute noch enormen Wert und wird von zahlungskräftigen Klienten geschätzt.
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