Personal Trainer 2026: Warum nur 20 % Rekorde feiern – und 80 % leer ausgehen
Die deutsche Fitnesswirtschaft hat 2026 Rekordzahlen gemeldet: 12,36 Millionen Mitglieder, 6,25 Milliarden Euro Umsatz, 14,8 Prozent Marktdurchdringung. Der DSSV hat diese Eckdaten im März 2026 veröffentlicht – die Branche hat sich gefeiert. Aber hinter diesen Zahlen verbirgt sich eine bittere Wahrheit für Personal Trainer wie Dich.
In dieser ersten Folge meiner vierteiligen Podcast-Serie „Personal Trainer 2026″ habe ich mir die wirtschaftliche und finanzielle Realität der Branche angeschaut. Dabei habe ich eine harte Spaltung beschrieben: Es gibt eine kleine Elite von 20 Prozent, die tatsächlich Rekorde feiert. Und es gibt 80 Prozent, die ums Überleben kämpfen. Du erfährst, was die 20 Prozent von den 80 Prozent unterscheidet und welche drei Faktoren über Erfolg oder Scheitern als Personal Trainer 2026 entscheiden.
Die zentrale Frage: Zu welcher Gruppe gehörst Du?
Ich habe diese Folge mit einer ganz konkreten Frage eröffnet: Wusstest Du, dass nur 20 Prozent der Personal Trainer in Deutschland 2026 wirklich Rekorde feiern und 80 Prozent ums Überleben kämpfen?
Die offiziellen Eckdaten der Fitnesswirtschaft sind beeindruckend. Aber das sind die Zahlen der gesamten Fitnesswirtschaft, nicht der Personal Trainer. Die kleine Elite – die 20 Prozent – verlangt 150, 200, 300 Euro pro Stunde. Sie hat Wartelisten. Sie braucht keine Akquise. Die 80 Prozent kalkulieren jeden Euro und fragen sich am Monatsende, warum trotz harter Arbeit kaum etwas auf dem Konto ankommt.
Warum ich nicht für jeden der richtige Coach bin
Bevor ich in die Branchenanalyse eingestiegen bin, habe ich Euch mitgenommen ins Jahr 1997. Ich war damals 29 Jahre alt, lebte in einer Studentenbude und hatte gerade nach über einem Jahr meinen ersten Personal-Training-Klienten gewonnen. Ein erfolgreicher Jungunternehmer. Und der hat mir Worte gesagt, die ich bis heute nicht vergessen habe: „Eginhard, Du hast keinen Plan von dem, was Du da tust. Unabhängig davon bist Du viel zu billig. Lerne endlich, unternehmerisch zu denken.“
Das hat mir die Augen geöffnet. Ich habe begriffen, dass es nicht reicht, ein guter Trainer zu sein. Ich musste zum Unternehmer werden. Heute, mit 58 Jahren, generiere ich fünfstellige Monatsumsätze – und das, obwohl ich heute deutlich weniger arbeite als früher. Seit über 25 Jahren coache ich Personal Trainer dabei, ihr Business aufzubauen. Im deutschsprachigen Raum gibt es niemanden, der diese Kombination so lange lebt wie ich.
Gerade weil ich so lange dabei bin, weiß ich: Ich bin nicht für jeden geeignet. Ich suche denjenigen, der Struktur sucht und in die Umsetzung gehen will. Den Mutigen. Den, der den langfristigen, nachhaltigen Erfolg will – nicht den schnellen.
Das Paradox der Branche
Karsten Hollasch von Deloitte hat im Frühjahr 2026 gesagt, die Bereitschaft der Menschen, in ihre Gesundheit zu investieren, sei ungebrochen. Klingt erstmal gut. Hinter den Kulissen sieht es anders aus.
Deutschland hat im dritten Stagnationsjahr in Folge gesteckt. Das BIP ist 2025 nur um 0,2 Prozent gewachsen, die Arbeitslosenquote auf 6,3 Prozent gestiegen. Dienstleistungen – also Dein Bereich – haben sich um 3,5 Prozent verteuert. Das HDE-Konsumbarometer ist im Dezember 2025 auf den Jahrestiefststand gefallen. Das Bundeswirtschaftsministerium hat im Januar 2026 wörtlich geschrieben: „Ängste um Inflation, Jobsicherheit und die Abgabenlast schmälern nach wie vor die Konsumlaune der Deutschen.“
Personal Training ist klassisches discretionary spending – also das, was als Erstes gestrichen wird, wenn die Leute nervös werden. Das Mitgliedschafts-Abo bei McFit für 19,90 Euro im Monat bleibt. Aber die Personal-Training-Stunde für 90 Euro wackelt.
Die Honorar-Wahrheit für Personal Trainer
Das mediane Bruttogehalt eines Fitnesstrainers in Deutschland hat laut Jobted bei 2.640 Euro im Monat gelegen – 32 Euro Brutto-Stundenlohn, 36 Prozent unter dem deutschen Durchschnittseinkommen. Klassische Studio-Anstellung hat 1.700 bis 2.100 Euro brutto gebracht – 12 bis 14 Euro netto pro Stunde. Zum Vergleich: Der gesetzliche Mindestlohn liegt 2026 bei 13,90 Euro. Ein Fachmann auf Mindestlohn-Niveau – das geht gar nicht.
Die Honorarlandschaft im DACH-Raum 2025/2026:
- Deutscher Marktdurchschnitt: 60 bis 100 Euro pro Stunde
- Premium-Segment: 90 bis 150 Euro
- Spitzenpreise: 200 bis 1.500 Euro pro Stunde
Plattformen wie Check24, Listando und Superprof haben den Preis gedrückt – dort findet man Personal Training ab 35 Euro pro Stunde. Da konkurriert man nicht mehr um Qualität, sondern um Verzweiflung.
Die Rechnung, die wirklich wehtut: Wer eine Stunde für 60 Euro verkauft, hat 30 Prozent für Akquise und Verwaltung, 30 Prozent für Betriebskosten, 19 Prozent Umsatzsteuer plus Sozialversicherungen. Bei 60 Euro pro Stunde erwirtschaftet man faktisch das Niveau eines Studio-Angestellten – ohne Krankengeld, ohne Urlaub, ohne Rente. Premium beginnt bei 100 Euro. Mein Niveau – 250 Euro netto pro Stunde – ist kein Privileg von Glückspilzen.
Die Konsolidierungswelle
2025 ist das Jahr der Mega-Deals in der deutschen Fitnessbranche gewesen. Basic-Fit hat clever fit übernommen – für 160 Millionen Euro plus 15 Millionen Earn-Out. Mit ungefähr 450 Studios sind sie der neue Marktführer geworden. Europaweit hat es 2025 ganze 27 große M&A-Transaktionen in der Fitnessbranche gegeben.
Die Großen werden noch größer. Die Mittleren werden geschluckt. Die Kleinen werden zerrieben. Gleichzeitig haben sich die Insolvenzen gehäuft – vier clever-fit-Studios in Niedersachsen sind dicht, sieben orthofit- und Get-Fit-Studios in Hessen sind insolvent gewesen.
Stephan Schulan von Deloitte hat das Branchen-Endgame so formuliert: „Langfristig wird sich der Markt auf einige wenige große Ketten konzentrieren, ergänzt durch leistungsstarke Einzelbetreiber.“ Leistungsstarke Einzelbetreiber – das bist Du, wenn Du es richtig machst. Oder Du bist dazwischen, zerrieben.
Wer keine eigene Klientenbasis, keine eigene Marke und keine eigene Online-Präsenz hat, hat innerhalb von 14 Tagen kein Einkommen mehr, sobald das Stammstudio pleite geht oder von einer Kette übernommen wird.
Was die 20 Prozent von den 80 Prozent unterscheidet
In jedem Markt gibt es eine Sortierung. Die 80 Prozent geben früher oder später auf. Die 20 Prozent kommen durch und feiern.
Was die 20 Prozent unterscheidet, ist nicht die fachliche Qualifikation. 89,8 Prozent der Trainer in der Branche bilden sich kontinuierlich weiter. Es ist auch nicht der Markt – Premium-Klienten investieren weiterhin 200 bis 500 Euro im Monat. Das Geld ist da. Es geht nur eben nicht zu Dir.
Was die 20 Prozent unterscheidet:
- Eine klare Positionierung: Sie sind nicht für jeden da. Sie sind die Spezialisten für eine bestimmte Zielgruppe oder ein bestimmtes Thema.
- Eine Marke: Klienten kommen zu ihnen, nicht zu einer Studio-Adresse.
- Unternehmerischer Mindset: Sie kalkulieren richtig. Sie verkaufen sich richtig. Sie investieren in sich.
Diese drei Punkte baut man nicht alleine in einer Excel-Tabelle auf. Ich habe es selbst versucht – und bin mehrfach auf die Nase gefallen, bis 1997 dieser Klient mir die Augen geöffnet hat. Niemand schafft das alleine.
Mein exklusives Gruppen-Mentorship 2026
Genau aus diesem Grund mache ich dieses Jahr etwas, was ich bewusst klein halte. Ich starte ein Gruppen-Mentorship mit maximal sechs Personal Trainern. Sechs. Nicht mehr. Weil persönliche Begleitung nicht skaliert. Weil Marke, Positionierung und Premium-Honorar nicht in einem Massenprogramm entstehen, sondern in der intensiven Auseinandersetzung.
Was die wenigsten wissen: Für mein Mentorship sind Förderungen zwischen 30 und 80 Prozent möglich. Je nach Voraussetzung trägst Du im besten Fall nur einen Bruchteil der Investition selbst. Alle Details findest Du auf meiner Webseite: eginhard-kiess.de/foerderung-fuer-personal-trainer.
Wenn Du zu den 20 Prozent gehören willst, die in den nächsten Jahren wirklich Rekorde feiern, dann melde Dich.
Fazit
Die Fitnesswirtschaft hat 2026 Rekorde gemeldet, aber nur eine kleine Elite von Personal Trainern hat davon profitiert. 80 Prozent kämpfen ums Überleben, weil sie keine klare Positionierung, keine eigene Marke und keinen unternehmerischen Mindset entwickelt haben. Der Unterschied zwischen 60 Euro und 200 Euro pro Stunde ist nicht die fachliche Qualität – es ist eine Frage von Positionierung, Verkauf und Mindset.
Die nächsten zwölf Monate werden entscheiden, ob Du in fünf Jahren noch in diesem Beruf bist oder eben nicht. In den nächsten drei Folgen meiner Serie habe ich mir die weiteren Herausforderungen vorgenommen: Marktveränderungen durch KI und Wearables (Folge 2), Mindset und Glaubenssätze (Folge 3) sowie rechtliche und steuerliche Fallen (Folge 4).
FAQ
Warum sind die Branchen-Rekordzahlen für Personal Trainer nicht relevant?
Die DSSV-Eckdaten umfassen die gesamte Fitnesswirtschaft – von Discount-Studios bis hin zu Premium-Boutiquen. Personal Training als Dienstleistung wird in dieser Statistik kaum abgebildet. Die Rekordumsätze entstehen vor allem durch Mitgliedschaftsmodelle der großen Ketten, nicht durch hochpreisige Personal-Training-Stunden.
Welche Honorare sind als Personal Trainer 2026 realistisch?
Im deutschen Marktdurchschnitt zahlen Klienten 60 bis 100 Euro pro Stunde, im Premium-Segment 90 bis 150 Euro, im Spitzensegment zwischen 200 und 1.500 Euro. Echte Gewinnmarge entsteht erst ab 60 Euro aufwärts.
Wie wirkt sich die Übernahme von clever fit durch Basic-Fit auf selbstständige Personal Trainer aus?
Die Konsolidierung führt dazu, dass große Ketten zunehmend ihre eigenen Trainerkonzepte mitbringen. Selbstständige Personal Trainer ohne eigene Klientenbasis verlieren ihre Arbeitsumgebung, sobald ein Studio übernommen wird. Innerhalb weniger Wochen kann das Einkommen wegbrechen.
Was gehört zu einem unternehmerischen Mindset im Personal Training?
Ein unternehmerischer Mindset bedeutet, sich nicht nur als Trainer, sondern als Unternehmer zu verstehen. Dazu gehören eine richtige Honorarkalkulation, professionelle Verkaufskompetenz, strategische Investitionen in das eigene Business und die Bereitschaft, sich von einem erfahrenen Mentor begleiten zu lassen.
Wie viele Plätze gibt es im Gruppen-Mentorship 2026?
Es gibt maximal sechs Plätze. Diese bewusste Begrenzung sorgt für intensive, individuelle Begleitung. Förderungen zwischen 30 und 80 Prozent sind möglich, je nach individueller Voraussetzung. Alle Details zu den Förder-Möglichkeiten findest Du unter eginhard-kiess.de/foerderung-fuer-personal-trainer.